Aktuelles

  • Gründungsaufruf für einen ExpertInnenkreis der DGD

     

    Handlungsrahmen für das tracheale Absaugen bei schwerer Dysphagie

    Gründungsaufruf für einen ExpertInnenkreis der DGD gemäß Beschluss der MV am 6.4.2017 in Berlin

     

    Auf der DGD Jahrestagung 2017 fand am 05. April erstmalig ein interdisziplinäres Expertenpodium zu einem kontrovers innerhalb und zwischen verschiedenen Berufsgruppen diskutierten Thema statt: Die endotracheale Absaugung. Im Kontext der DGD verstehen wir dies als Maßnahme zum frei machen und frei halten der unteren Atemwege bei Patienten, die wegen Aspiration eine Trachealkanüle erhalten haben, wenn ihnen dies aus eigener Kraft oder mit anderen Hilfsmitteln nicht gelingt oder wenn die Betroffenen es verlangen.

     

    Auf der Mitgliederversammlung der DGD am 06. April 2017 wurde der Vorschlag angenommen, zu einem ExpertInnenkreis aufzurufen. InteressentInnen werden gebeten, bis zum 01. September 2017 Themen oder bereits Thesen zum Thema an die Geschäftsstelle der DGD zu schicken.

     

    Die Initiatoren des Runden Tischs am 05. April 2017 und der DGD-Arbeitsgruppe, Herr Mirko Hiller und Herr Paul Diesener erklären sich bereit, eine Sichtung der eingegangenen Arbeitsblätter vorzunehmen und auf dieser Grundlage eine vorläufige Agenda zu erstellen. Diese wird dann bereits zu diesem Zeitpunkt zwischen Themen über die Konsens herrscht und kontrovers diskutierten Themen differenzieren können. Nach einer zweiten Runde muss dann der zunächst informelle Interessentenkreis entscheiden, ob zu einem gemeinsamen Treffen im Vorwege oder wieder auf der Jahrestagung der DGD aufgerufen wird, auf dem dann der Handlungsrahmen verabschiedet werden kann. Dieser wird als Minimum neben dem Thema Absaugtechnik auch die Frage behandeln müssen, inwieweit an Berufsgruppen außerhalb von Intensivpflege und Medizin wie auch an pflegende Angehörige das Absaugen delegiert werden kann oder muss.

  • Bericht:

    1. Round-Table im Rahmen der Jahrestagung der DGD

    1. Round-Table im Rahmen der Jahrestagung der DGD

     

    Am 05. April 2017 fand im Rahmen der DGD-Tagung auf Initiative und unter der Moderation von Herrn Mirko Hiller erstmals ein Round Table statt. Ziel war das Thema „tracheales Absaugen“ in den Fokus zu rücken, eine interdisziplinäre Diskussion in Gang zu setzen und strittige Punkte aufzudecken.

     

    Die Veranstaltung soll hier unter Berücksichtigung der im Nachhinein eingegangenen Rück-meldungen der teilnehmenden Experten kurz zusammengefasst werden.

     

    Die Expertenrunde war mit neun Vertretern aus Pflege, Therapie und Ärzteschaft aus jeweils unterschiedlichen Fachbereichen sehr vielfältig besetzt, was unterschiedlichste Blickwinkel eröffnete.

     

    Inhaltlich wurden folgende Schwerpunkte gesetzt:

     

    • Indikationen
    • Vorgehensweisen
    • Gefahren / Probleme
    • Alternativen

    In allen Bereichen wurden sehr unterschiedliche Standpunkte sichtbar. Einig waren die Experten sich lediglich darin, dass über die jeweilige Technik letztlich individuell zu entscheiden ist, wobei Grunderkrankung, Schwere der Erkrankung, Setting (ambulant/ stationär) und nicht zuletzt der Patientenwille zu berücksichtigen sind.

     

    Großes Interesse vor allem seitens der Zuhörerschaft galt der Frage, wer tracheal absaugen sollte bzw. darf. Diese Frage konnte sowohl im Hinblick auf die Rechtslage und Rechtssicherheit als auch in Bezug auf die zu erfüllenden fachlichen Voraussetzungen nicht geklärt werden.

     

    Alle Experten sehen Bedarf, sich dem Thema „Tracheales Absaugen“ weiter interdisziplinär zu widmen und sind sich einig, dass eine solche Arbeit unter dem Dach der DGD gut aufgehoben ist.

     

    Auch wenn einigen Kollegen der fachliche Diskurs weiterhin unter den Nägeln brennt, sollten rechtliche Grundlagen und Fragen der Delegation als erstes geklärt werden, um allen Beteiligten einen überschaubaren, rechtssicheren Rahmen zu bieten.

     

    Das Ziel „Tracheales Absaugen“ in den Fokus zu rücken, wurde definitiv erreicht. Erfreulich ist die Bereitschaft aller Disziplinen die Diskussion in ähnlichem Rahmen fortzusetzen und sich an der Erarbeitung von Leitlinien oder einer Konsensfindung zu beteiligen. In Anbetracht der Vielfalt an Herangehensweisen, die unter anderem erheblichen Unterschieden in der Patientenklientel zu schulden sind, wird eine Konsensfindung sicherlich Zeit und die Bereitschaft zu sehr differenzierter Betrachtung brauchen.

     

    Die Diskussion wurde erfolgreich eröffnet. Nun gilt es, gemeinsam Lösungen zu finden.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Experten

     

    Dr. med. Paul Diesener

    Ltd. Arzt - Intensivmedizin - Abt. Frührehabilitation

    Jugendwerk Hegau Gailingen

     

    Dr. med. Simone Graf

    Oberärztin der Klinik, Ambulanz für Phoniatrie und

    Pädaudiologie Klinikum Rechts der Isar München

     

    Ulrich Birkmann, Dipl. Heilpädagoge

    Kliniken Troisdorf- Sieglar

     

    Hans Schwegler, Logopäde

    Schweizer Paraplegiker-Zentrum

     

    Dr. Maria- Dorothea Heidler

    Dipl. Sprewissenschaftlerin und Fachtherapeutin für

    Kognitives Training

    Mitarbeiterin an der Stiftungsprofessur für

    Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam

     

     

     

    Bericht herunterladen (PDF 0,1 MB)

     

     

    Heinrich Zimmermann

    Anästhesist & Notfallmediziner, Potsdam

     

    Katrin Frank

    lt. Physiotherapeutin eines interdisziplinären therapeutischen

    Teams und Respiratory Therapist

     

    Dr. phil. Ulrike Frank, Diplom - Patholinguistin

    wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam

    Lehr- und Forschungstätigkeit zu Dysphagie und sprechmotorischen Störungen

     

    Marcel Dähnert, Exam. Krankenpfleger

    Zertifizierte Weaning Station Berlin Buch im ELK

    Seit 6 Jahren auf Weaning spezialisiert.

     

    Moderation: Mirko Hiller, MSc/Neurorehabilitation

    Fachlicher Leiter: Das Dysphagiezentrum

    Dysphagiezentrum Erzgebirge am Helios Klinikum Aue

    Dysphagienetzwerk Südsachsen

  • Protokoll:

    Mitgliederversammlung der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für Dysphagie
    06. April 2017, Berlin, Estrel Hotel Berlin

    Laden Sie sich hier das Protokoll der Mitgliederversammlung herunter:

     

    Protokoll der Mitgliederversammlung (PDF 0,1 MB)

  • Information:

    Aktualisierung der DGN-Leitlinie „Neurogene Dysphagien“

     

     

    Liebe Mitglieder der DGD,

     

    die o.g. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurde von mir in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Rainer Dziewas/Münster aktualisiert.

     

    Auch wenn es sich nur um wenige Änderungen handelte, mussten diese ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen. Am 18. Oktober 2014 erhielt ich die Mitteilung, dass diese Änderungen angenommen wurden. In den nächsten Wochen wird der Thieme-Verlag die Aktualisierung umsetzen – wie ich bei dieser Gelegenheit erfuhr, nicht mehr im Leitlinienbuch, sondern in den digitalen Versionen. Diese können bekanntlich auf der DGN-Website (dgn.org) abgerufen werden und sind auch als App (einzeln oder im Gesamtpaket aller DGN-Leitlinien) erhältlich – eine komfortable Sache. Denn Sie können auf diese Weise z.B. auf Ihrem Handy stets alle Leitlinien einsehen.

     

     

     

    Die Gültigkeit der Leitlinie wurde durch die AWMF bis zum 31.12.2016 verlängert.

     

     

     

    Die aktualisierte Fassung wird vermutlich zum Jahresende vorliegen.

     

     

     

    Auf der DGD-Tagung im März 2015 werde ich in aller Kürze die Aktualisierungsinhalte vorstellen.

     

     

     

    An dieser Stelle möchte ich Rainer Dziewas für seine Mitarbeit, der DGN und der AWMF für die hilfreiche Kooperation und dem Thieme-Verlag für die rasche Umsetzung aufrichtig danken.

     

     

     

    Herzlich

     

    Ihr

     

     

     

    Mario Prosiegel/München

     

    1. Vorsitzender der DGD

  • Artikel:

    Von Ratten und Menschen – Kurzbesprechung einer tierexperimentellen Arbeit

    Sugiyama N, Nishiyama E, Nishikawa Y, Sasamura T, Nakade S, Okawa K, Nagasawa T, Yuki A. A novel animal model of dysphagia following stroke. Dysphagia 2014;29:61-67

     

     

     

    Einleitung. Einseitige Großhirnläsionen aufgrund von Schlaganfällen sind die häufigste Ursache neurogener Dysphagien. Dominierende Störungen sind (bei Affektion der schluckdominanten Großhirnhälfte) eine verzögerte Reflextriggerung mit prädeglutitivem Leaking sowie – in Abhängigkeit von sensiblen Störungen – (stille) Aspirationen [1, 2]. Da dysphagiebedingte Aspirationspneumonien die häufigste Todesursache medizinischer Komplikationen nach Schlaganfall darstellen, ist ein tierexperimentelles Modell wichtig, um therapeutische Interventionen erproben zu können.

     

    Zusammenfassung. Die japanische Forschergruppe führte bei anästhesierten Ratten einen 90-minütigen Verschluss des rechten Mediahauptstammes durch, wodurch es zu einseitigen zerebralen Perfusionsstörungen kam. Es handelte sich um 57 Tiere und folgende Gruppen: 1) Bei 24 Ratten wurde der (rechte) Mediahauptstamm verschlossen (Verum-Gruppe); 2) 15 Tiere wurden der gleichen Operation unterzogen, allerdings ohne Mediaverschluss (Sham-Gruppe; schein-expononierte Gruppe); 3) drei Ratten blieben unversehrt (Kontroll-Gruppe); 4) 15 Tiere erhielten nach rechtsseitigem Mediaverschluss auf oralem Wege Zitronensäure, Capsaicin oder L-Menthol verabreicht (je 5 Tiere). Schlucken wurde durch oral appliziertes Wasser (10-Minuten-Infusion in den pharyngolaryngealen Bereich) ausgelöst.

     

    Gemessen wurden die Schluckreflextriggerung (Zeit von Beginn der Flüssigkeitsapplikation bis zur elektrischen Aktivität im M. mylohyoideus) und die Zahl der Schlücke während der 10-minütigen Flüssigkeitsinfusion.

     

    Die Zeit bis zur Schluckreflextriggerung war in der Verum-Gruppe (nach zwei Wochen) im Vergleich zu den unversehrten Kontrollen signifikant verlängert (2,3 vs 0,93 Sekunden), die Zahl der Schlücke signifikant vermindert (7,7 vs 13,5 Schlücke/10 Minuten). Ein diesbezüglicher signifikanter Unterschied ergab sich auch für die Verum-Tiere im Vergleich zur schein-exponierten Gruppe. Capsaicin und Zitronensäure führten (im Vergleich zu Wasser) zu einer signifikanten Zunahme der Schluckfrequenz, L-Menthol hingegen nicht.

     

     

     

    Beurteilung. Die Ergebnisse dieser Studie sind aus mehreren Gründen sehr interessant und relevant. 1) Es ist die erste tierexperimentelle Untersuchung, in der eine Störung von Schluckparametern durch einseitige (sub)kortikale Großhirndysfunktion (infolge Mediahauptstammverschluss) „erzeugt“ werden konnte. 2) Die Studie bestätigt Befunde an Schlaganfall-Betroffenen, wonach eine verzögerte Schluckreflextriggerung eine dominierende Folge einseitiger Großhirnläsionen ist. 3) Die erniedrigte Schluckfrequenz spricht (ohne es zu beweisen) für eine Erhöhung der sensiblen Schwelle (für Flüssigkeiten). 4) Das Model ist geeignet zur Untersuchung von Substanzen, die gestörte Schluckparameter verbessern/normalisieren können (bei aller Vorsicht bzgl. der Übertragung tierexperimenteller Befunde auf den Menschen).

     

    Ein besonders wichtiger Unterschied zwischen Ratte und Mensch ist, dass bei diesem Versuchstier erst nach zwei Wochen signifikante Störungen von Schluckparametern auftraten (beim Mensch bereits unmittelbar nach dem Schlaganfall).

     

    Das rechte Mediaversorgungsgebiet wurde ausgeschaltet, weil beim Menschen nach rechtsseitigen Großhirnläsionen häufiger pharyngeale Störungen (wie z.B. verzögerte Schluckreflextriggerung) als orale Störungen auftreten; streng genommen kann man die Ergebnisse daher nicht auf Menschen mit linkshirnigen Läsionen übertragen. Um dieses Problem zu lösen, wäre es eigentlich notwendig, aber wohl nur sehr schwer möglich, bei Versuchstieren jeweils vor experimentellen Mediaverschlüssen die Schluckdominanz zu bestimmen.

     

    Implikationen: Überträgt man die Befunde auf schluckgestörte Menschen mit einseitigen Läsionen der schluckdominanten Großhirnhälfte, so handelt es sich unter Berücksichtigung der bereits existierenden Literatur wohl um eine komplexe Gemengelage: Die verzögerte Schluckreflextriggerung führt zu (prädeglutitivem) Leaking [1, 2]; tritt eine (bei Menschen in etwa 2/3 an den Gaumenbögen nachweisbare) Erhöhung der sensiblen Schwelle hinzu, verstärkt dies die Tendenz zur Schluckreflexverzögerung bzw. zu verringerter Schluckfrequenz; betrifft die sensible Schwellenerhöhung auch den pharyngolaryngealen Bereich, so können (stille) Aspirationen resultieren [2].

     

    Die Gattung der Ratten (und der Mäuse) steht uns Menschen nach den Primaten am nächsten. Der 2014 für die Erforschung der Raumorientierung verliehene Medizin-Nobelpreis ging an drei WissenschaftlerInnen, die ihre bahnbrechenden Untersuchungen ebenfalls an Ratten durchführten.

     

    Derzeit ist dieses Tiermodell wohl am geeignetsten, um pharmakologische Interventionen bei Dysphagien nach einseitigen Großhirnläsionen auszutesten.

     

     

     

    Literatur:

     

    1.    Oommen ER, Kim Y, McCullough G. Stage transition and laryngeal closure in poststroke patients with dysphagia. Dysphagia 2011;26:318-323

     

    2.    Power ML, Hamdy S, Singh S, Tyrrell PJ, Turnbull I, Thompson DG. Deglutitive laryngeal closure in stroke patients. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2007;78:141–146

     

     

     

    Mario Prosiegel

     

    München

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ABSTRACTBOOK

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7. Jahrestagung der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für Dysphagie herunter (PDF 0,5 MB)

 

 

 

ARCHIV

 

2017

Tagungsprogramm 2017 (PDF 3,7 MB)

 

2014

Newsletter 11

Protokoll der Mitgliederversammlung 2014

Programm Jahrestagung 2014

Newsletter 10

 

 

2013

Newsletter

Protokoll Mitgliederversammlung

 

 

2012

Newsletter 8

Newsletter 7

Newsletter 6

 

 

Interessante Links

 

European Society for Swallowing Disorders

www.myessd.org  

 

AG Dysphagie München e.V.

www.ag-dysphagie-muenchen.de

 

Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren e.V.

www.dge-bv.de 

 

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V.

www.dgvs.de  

 

American Society for Gastrointestinal Endoscopy

www.asge.org 

 

Deutsche Gesellschaft Phoniatrie und Pädaudiologie e.V.

www.dgpp.de   

 

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.

www.hno.org       

 

Schweizerische Gesellschaft für Dysphagie

www.dysphagie-suisse.ch

 

Fachpraxis für Endoskopie in München – Gastroenterologie am Isartor

www.endoskopie-docs.de     

 

English speaking Pratice Gastroenterology

www.gastroenterologistmunich.de  

 

 

 

 

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